Vergiss die Detoxkur in den Tropen! Zu Hause ist billiger und hilft ebenso.

Löwenzahn

Im letzten Gesundheitsbrief von Dr. Probst las ich, wie wirkungsvoll eine Detoxkur in den Tropen doch sein muss mit täglich frischem Kokossaft und frischen Tropenfrüchten. Dem will ich nicht widersprechen. Die Anziehungskraft junger grüner Trinkkokosnüsse ist für die meisten Rohköstler ausgesprochen groß. Dem magischen Geschmackserlebnis und den einzigartigen isotonischen Eigenschaften einer Kokosnuss kann sich wohl kaum ein Rohköstler entziehen. Abgesehen von ein paar wenigen Urlauben in tropischen Gefilden, habe ich persönlich allerdings kaum Erfahrungen mit den Tropen. Aber darum geht es mir nicht. Empfehlungen für tropische Detoxkuren und diverse andere Detoxangebote finden wir zur Genüge auf vielen Webseiten im Internet, in Fachzeitschriften und auch in rohköstlich-vegan orientierten Newslettern.

Seit meiner erneuten Umstellung auf ausschließlich rohe und lebendige Ernährung vor etwa 3 Jahren, begeistert mich zunehmend Mutter Natur als originärer Hersteller einer farbenfrohen und geschmackvollen Vielfalt. Magische Momente wie beim Verzehr einer Kokosnuss, finde ich mehr und mehr direkt vor meiner Haustür. Ob im eigenen Gemüsegarten hinterm Haus, auf einer großen Wiese ein paar Kilometer entfernt oder auf einem kleinen Erholungsgrundstück am See im Wald - immer ist es auch die Liebe zu dem Stoff, den wir Muttererde nennen und zu den unendlich kreativen Lebewesen die daraus wachsen und uns nähren. Natürlich hat mich die Natur auch früher schon fasziniert. Mein Blick auf sie aber war damals ein anderer. Seit ich meine Nahrung so esse, wie sie aus dem Erdboden wächst, wird mir klar, wie essenziell die oberste, dünne Schicht des Erdbodens, den wir sinniger Weise auch Mutterboden nennen, für jedes Lebewesen ist.

Mein Wohnort ist sicher nicht die schönste Gegend in Deutschland, um hier als Besucher ein Freund der Natur zu werden. Da gibt es wahrlich schönere Gegenden. Genau das ist jedoch eine Sichtweise, die ich grundlegend ändern kann. Prof. Bernd Gerken sagt in einem seiner letzten Videos: "Der Erde kommt gerade die Natur abhanden." Kein Wunder sagt Bernd, der globale Holzhammer des Menschen vernichtet seit etwa 150 Jahren Vögel, Schmetterlinge, Bienen und viele andere Lebewesen. Diese Lebewesen sind es allerdings, die unser Überleben und unsere Gesundheit sichern helfen. Weshalb zieht es uns im Urlaub in bergige, naturüberladene Gebiete, in tropische Regenwälder oder andere Gegenden, wo die Natur noch halbwegs in Ordung ist? Vielleicht deshalb, weil die Natur bei uns zu Hause bereits kaputt ist? Weil wir zu Hause nicht mehr die natürliche Vielfalt der Natur vorfinden, die wir instinktiv suchen?

Die Natur bietet uns alle Möglichkeiten, ihre Perfektion, ihre Kraft und ihre Schönheit täglich neu zu entdecken und zu erforschen. Diese Eigenschaften sind für uns nutzbar und essbar. Was uns die Natur aufzeigt und ob sie uns damit begeistert und uns hilft, das ist auch das Ergebnis unseres Tuns. Wir sind es, die in die Natur und mit ihr zusammen gehen müssen. Die gegenwärtige Zivilisation hat das verlernt. Sprechende Roboter im Kühlschrank und selbstfahrende, sprechende Blechplastikkisten, die über hunderte von Kilometer Asphalt donnern, sind den Menschen oftmals wichtiger. Haben wir uns hier verrannt? Nur die ursprüngliche Natur ist es, die jene magische Verbindung mit unserem Körper und unseren Sinnen eingeht und die uns den gesundheitlichen Nutzen bringt, den wir uns von einem Detoxtrip in der Ferne so sehr erhoffen. Mit einem eigenen Garten, den wir mit Hilfe natürlicher Abläufe und Prinzipien der Natur bearbeiten und pflegen, liegt unsere Gesundheit sozusagen vor der eigenen Haustür. Anders gesagt: Die Werkzeuge Gottes liegen jeden Tag für uns bereit. Nur wenige Schritte sind notwendig, um der Natur und damit natürlich auch uns selbst zu helfen. Und es ist natürlich richtig und das sollten wir niemals vergessen: Die Natur braucht uns nicht, WIR brauchen die Natur.

Wie so oft im Leben liegt es also wieder einmal an uns selbst. Daher mein Vorschlag: Helfen wir der Natur dort wo wir wohnen. Unsere Hilfe kann sie überall gebrauchen. Dann gesundet nicht nur die Natur, sondern auch wir, denn wir sind Teil der Natur. Von Vincent van Gogh ist der Ausspruch überliefert: "Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man sie überall schön." Für eine Detoxkur jedenfalls müssen wir nicht nach Thailand oder in entfernte warme Länder fliegen.