Boskoop und Melone statt Zimtapfel

Frisch gepresster Saft aus Honigmelone, Apfel und Apfelsine Als ich letztes Jahr mit meiner Familie in Mexiko unterwegs war, haben wir in einem Dorf auf der Halbinsel Yucatán im Osten Mexikos einen kleinen Obstladen entdeckt, der Zimtäpfel verkaufte. Für die Einheimischen dort ist diese Frucht natürlich nichts besonderes. Für mich war es damals einfach ein göttlicher Genuss. Ich hatte noch nie eine solche Frucht gegessen, abgesehen von den spanischen Cherimoyas, die es im Winter hier bei uns in Deutschland immer ein paar Wochen vor Weihnachten zu kaufen gibt. Obwohl mir Cherimoyas auch extrem gut schmecken, war ich von dem etwas größeren Zimtapfel noch mehr begeistert. Den Geschmack kann man eigentlich nicht beschreiben, man muss diese Frucht einfach essen.

Ein halbes Jahr später sehe ich den Zimtapfel bei einem der Versender in Deutschland, die sich auf den Versand von tropischen Früchte aus Sri Lanka spezialisiert haben. Obwohl ich nicht arm bin, frage ich mich, wer Früchte für 12,90 Euro das Kilo zzgl. Versandkosten bestellt. Okay, vielleicht habe ich auch nicht so viel Geld, dass ich mir das leisten will. Bei solchen Preisen habe ich jedoch immer das Gefühl, dass da mit dem eigentlichen Rohkostgedanken irgend etwas nicht stimmt. Ich für meinen Teil jedenfalls bestelle nichts bei den Tropenversendern. Natürlich gönne ich ihnen ihr Geschäft und generell bin ich auch nicht gegen das Konzept Bio-Tropenfrüchte zu importieren. Ich esse ja selbst Bananen, Apfelsinen u.a. Früchte, die nicht regional in Deutschland wachsen. Aber es gibt auch gute Alternativen zu den teuren Importfrüchten, wenn man es will. Zudem kann ich bei mehrere tausend Kilometer entfernt angebauten Früchten nicht kontrollieren, ob da wirklich Bio drin ist, wo Bio drauf steht, mögen die Bio-Werbesprüche auch noch so blumig klingen. Das hat dann schon sehr viel mit Vertrauen zu tun...

Zimtapfel, braun und ungenießbar in DE angekommen Gestern habe ich mir einen so leckeren Saft gepresst, dass ich gleich 3 große Gläser davon getrunken habe (siehe Bild unten). Zutaten waren eine Honigmelone für 2,20 Euro (ca. 1,2 kg), Äpfel die ich auf dem Wochenmarkt geschenkt bekommen habe, weil sie dem Händler zu braun-fleckig für seinen Verkauf waren und eine Bioapfelsine von Aldi. Die Honigmelone habe ich geschält und in passende Stücke geschnitten. Die Kerne müssen bei mir ebenfalls mit durch den Entsafter. Zusammen mit dem Apfel und der Apfelsine war der fertige Saft am Ende super lecker.

Oder ich greife dann eben doch einfach nur zum roten Boskoop, den ich mir zur Zeit ebenfalls beim Markthändler aus Polen hole - 3 Kilo für 3 Euro. Der rote Boskoop ist jetzt gerade herrlich süß und sehr aromatisch. Seltsamerweise esse ich schon den ganzen Winter über so gut wie keine anderen Äpfel außer dem Boskoop (auch: Boskop). Alle anderen Apfelsorten kommen aktuell für mich höchstens in den Entsafter und aus Supermärkten habe ich, seit ich wieder vollständig roh esse, noch keinen einzigen Apfel gekauft, dank Wochenmarkt.

Die zwei Fotos sind Zimtäpfel aus Mexiko. Der braun gewordene (Mitte) kam so in Deutschland an. Den habe ich in dem Zustand natürlich nicht mehr gegessen. Ich hatte versucht, mir einen im Gepäck mitzunehmen, was leider nicht geklappt hat, wie man sieht. Ganz oben ein Bild von dem leckeren Saft aus Honigmelone, Apfel und Apfelsine. Muss ich mal wieder machen.

Zimtapfel in Mexiko